Würzburger Friedenspreis 2011 an Addis Mulugeta verliehen

Für seinen außergewöhnlichen Einsatz für Völkerverständigung und die Integration von Flüchtlingen wurde der äthiopische Journalist Addis Mulugeta mit dem diesjährigen Würzburger Friedenspreis geehrt.

Rund 150 Gäste begleiteten am 17.07.11 im festlich geschmückten Mainfrankentheater die Preisverleihung an den 28jährigen Afrikaner, der seit 2010 in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber am Stadtrand von Würzburg lebt.

Herr Mulugeta war aus seiner Heimat nach Verfolgung und Folter geflohen und musste dann wie unzählige andere Flüchtlinge die schmerzliche Erfahrung machen, in Deutschland nicht willkommen zu sein. „Besonders die Isolation und Unfähigkeit, mit den Einheimischen zu kommunizieren, machen das Leben hier sehr schwer“, sagte der Preisträger in seiner bewegenden Ansprache. Aus dem Wunsch, eine Brücke zwischen Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung zu bauen, entwickelte er die Idee einer von den Asylbewerbern selbst gestalteten Zeitschrift.  Es gelang dem charismatischen jungen Mann mit der ihm eigenen Überzeugungskraft, die Perspektivlosigkeit und Vereinzelung der Lageratmosphäre zu überwinden und Mitstreiter für sein Projekt zu gewinnen. In Teamarbeit mit Maneis Arbab, Abay Kiros und Eva Peteler vom Ökumenischen Asylkreis als Herausgeberin konnte er im Sommer 2010 die erste Ausgabe des Magazins „Heimfocus – Stimme für Flüchtlinge“ präsentieren. Inzwischen erscheint die Zeitschrift vierteljährlich mit einer Auflage von 2500 und immer mehr Flüchtlinge, auch aus anderen Lagern, und Deutsche tragen mit Artikeln in englischer und deutscher Sprache dazu bei, die Anliegen der Migranten und den Respekt für ihre Bedürfnisse und Rechte öffentlich zu machen.

In ihrer Laudatio hob Eva Peteler hervor, dass Addis Mulugeta stellvertretend für viele namenlose Flüchtlinge stehe, die für unsere Gesellschaft eine große Bereicherung sein könnten, wenn man ihnen nur den Raum und die Freiheit zur Entfaltung ließe.

Zauberhafte musikalische Akzente aus einer anderen Kultur setzte Herr Navid Zabihi mit seinem Spiel auf der Tombak, einer persischen Handtrommel. Eine sehr gelungene Veranstaltung mit einem würdigen Preisträger, der einen neuen bunten Faden in den Stoff wirkt, aus dem der Friede gemacht ist.

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