Wie fördert man die Taliban?- Antworten aus amerikanischen Repräsentatenhaus

Folgendes Fundstück ist lesenswert:

 Wie die in Afghanistan tätigen Gewaltunternehmer ihren Geschäften nachgehen „wird in einem Untersuchungsbericht des amerikanischen Repräsentantenhauses in allen Details ausgeleuchtet: um Personal und Kosten zu sparen , beauftragt das Pentagon private Unternehmen  mit dem Transport von Nachschub in Afghanistan; 70% aller benötigten Güter, von Waffen bis Cornflakes, werden auf rund 8000 Lastwagen Monat für Monat in die mehr als 200 über das Land verstreuten Stützpunkte  gebracht. Weil sie die Lieferungen mit eigenen Mitteln nicht schützen können, schließen die Frachtunternehmen Verträge  mit afghanischen Sicherheitsfirmen, genauer gesagt mit findigen Warlords und Milizenchefs, die sich auf diese Weise ein lukratives Geschäftsfeld erobert haben. Dollarsummen im zweistelligen Millionenbereich werden jährlich an Partner transferiert, deren hauptsächliches Interesse im Aufbau von Privatarmeen besteht – von insgesamt 70 000 schwer bewaffneten ´Eskortpersonen´ ist inzwischen die Rede. Aber nicht nur die Milizenchefs treiben ihr Schutzgeld  im Zweifel mit Angriffen auf Konvois zahlungsunwilliger Spediteure ein; Taliban und Al Qaida erpressen ihrerseits die Milizenführer und finanzieren so ihren Krieg mit Geldern aus der amerikanischen Staatskasse. Aus gutem Grund haben die Rechercheure des US-Kongresses zur Beschreibung dieses Teufelskreises einen im Handelsregister üblichen Begriff gewählt: ´Eingetragene Gesellschaft´ oder ´Warlord Incorporated´. Die Pointe: je mehr die USA und ihre Verbündetetn militärisch intervenieren, desto schneller wächst die kriegsgesteuerte Schattenwirtschaft ihrer vermeintlichen Verbündeten wie ihrer realen Feinde.“

Das Zitat stammt aus: Bernd Greiner, Afghanistan – der endlose Krieg. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, 10/2011, S. 37-46, ebd. S. 45. Greiner bezeiht sich auf diese Primärquelle: U.S. House of Representatives , Subcommittee on National Security and Foreign Affairs, Inc.:Extortion and Corruption Along the U.S. Supply Chain in Afghanistan, Washington D.C., June 22, 2010, S.1-6,10,13-17,22,34-6,46-48.

Nur gut, dass wir Deutschen nicht so dumm sind – wir wollen ja wirklich  unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen…

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