Do No Harm – Verursache keinen Schaden

Unter diesem Motto arbeiten Friedensfachleute des Forums Ziviler Friedensdienst im Nahen Osten. Dies erscheint zunächst paradox. Ist es doch selbstverständlich, dass ein Friedensdienst nicht zu betonen braucht, dass er nicht schaden will. Ein Vortrag von der Friedensfachkraft Niko Pewesin in Würzburg und Obernbreit am 02.03.2013 machte an einem konkreten Beispiel deutlich, wie leicht gut gemeinte Projekte schädliche Nebeneffekte haben können. Eine seit Jahren illegal bestehende Minisiedlung hatte keinen Strom, bis ein ausländisches Team ein Projekt startete, die paar Häuser mit Hilfe von Photovoltaik-Anlagen mit elektrischer Energie zu versorgen. Unglücklicherweise erregte dies die Aufmerksamkeit der Behörden und die Häuser wurden abgerissen.

Der Referent nennt anschauliche Beispiele, wie ein und dasselbe Projekt eine Gesellschaft zusammenführen und spalten kann. Um nicht unbeabsichtigte Nebeneffekte auszulösen, braucht es Kenntnisse, Sensibilität und vor allem geduldige Diagloge mit allen möglicherweise Betroffenen – also Friedensfachleute.

Niko Pewesin führte seinem Publikum plastisch vor Augen, wie anspruchsvoll seine Arbeit in Jericho war, und dasss man nicht auf die große Lösung hoffen solle, sondern es auf kleine Schritte ankomme. Angesichts der unbefriedigenden politischen Verhältnisse in der Region bilanzierte er seine Arbeit in Jericho: „Ich bin nicht frustriert“. Und das klang keineswegs resigniert sondern zufrieden und optimistisch. Nach dem Ende seines etwa einstündigen Referats blieb Niko Pewesin noch zwei weitere Stunden in Obernbreit, um Fragen zu beantworten und sich mit den Gästen zwanglos zu unterhalten.

Das Forum Ziviler Friedensdienst und der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e. V. freuten sich, mit dieser Veranstaltung ihrem interessierten Publikum einen aufschlussreichen Abend geboten zu haben.

Autor: Friedrich Heidecker, Vorsitzender des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Obernbreit e. V.

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