Antikriegstag 1. September 2022

Seit 1957 begeht die Friedensbewegung in Deutschland am 1. September den “Antikriegstag“. Sie erinnert damit an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen begann ein entsetzliches Drama, welches ganz Europa, die ganze Welt in Schrecken versetzte und unfassbares Leid über viele Menschen brachte. Soldaten starben durch Kriegsverletzungen während der Gemetzel an der Front, aber auch unter der Zivilbevölkerung gab es Zerstörung und Tod durch Bomben, die von Flugzeugen abgeworfen wurden. Dazu machte sich Nazideutschland schuldig an Millionen Menschen, die in Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden. Sie kommen zur Zahl der Kriegstoten noch hinzu.
Die Wiederbewaffnung Deutschlands, der Nato-Beitritt und die Einführung der Wehrpflicht Mitte der 50-er Jahre waren der Grund dafür, dass der DGB unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zum 1. September 1957 zu Aktionen aufrief. Dieser Initiative schlossen sich zahlreiche Gruppierungen an, so die sozialistische Jugendorganisation „Die Falken“. Die Naturfreundejugend, die Jugend des Rad- und Kraftfahrerbundes und die Gruppe der Wehrdienstgegner. Weitere Gruppen kamen im Laufe der Jahre hinzu.
Das Jahr 2014 war für die Antikriegs- und Friedensbewegung ein Jahr von besonderer historischer Bedeutung: Vor 100 Jahren begann der Erste, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg.

„Nie wieder Krieg!“ – das ist und bleibt auch die Grundüberzeugung von ÖKOPAX Würzburg. Jeder Krieg ist ein Angriff auf die Menschheit und die Menschlichkeit. Er führt zu Verrohung, Tod, Zerstörung, Verelendung, Heimatlosigkeit und Flucht. Aus dieser Überzeugung behalten auch weiterhin folgende Positionen für uns höchste Priorität:

  • Abrüstung statt Aufrüstung
  • Keine Erhöhung der Militärausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung
  • Die Rücknahme des Beschlusses zur Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen; keine Drohneneinsätze weltweit
  • Abzug der in Büchel stationierten US-Atombomben und Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO
  • Keine Wiedereinführung des Wehrdienstes und anderer Zwangsdienste
  • Ernsthafte Bemühungen um Entspannung mit Russland
  • Eine Politik, die nicht auf die Lösung von Konflikten durch das Militär setzt

Durch den verbrecherischen Überfall der russischen Armee auf die Ukraine ist uns der Krieg sehr nahe gerückt. Und im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und anderen Teilen der Welt wüten weiterhin, teilweise seit Jahrzehnten, Kriege und Bürgerkriege. Tod, Zerstörung und Flucht sind die fürchterlichen Folgen.
Die Waffen müssen endlich schweigen – überall auf der Welt!