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Leserbrief zum Mercosur-Abkommen

Uta Deitert beim ÖKOPAX-Neujahrsempfang 2026.

Uta Deitert beim ÖKOPAX-Neujahrsempfang 2026.

Ja, es ist unglücklich, dass die Grünen im EU Parlament mit den Rechten gegen das Mercosur-Abkommen gestimmt haben, und gerade jetzt, da es gilt, Europa stärker international zu vernetzen gegen die Despoten der Welt. Aber die schlichte Aussage: “Die sind gegen Freihandel“ ist falsch, denn es gibt tatsächlich viel auszusetzen:

  • Der wirtschaftliche Nutzen ist fraglich, selbst die EU rechnet nur mit einer Steigerung des BIP bis 2040 von 0,5%;
  • der Vertrag spaltet die EU, weil er v.a. gut ist für die Konzerne der Auto,- Chemie,- Plastik,- und Agrarindustrie in Deutschland, Schweden, Spanien aber nicht für die stark landwirtschaftlich ausgerichtete Wirtschaft in Österreich, Polen, Frankreich.
  • EU Standards für Lebensmittelimporte aus Südamerika sollen nämlich nicht gelten. So können Rückstände von Pestiziden und Hormonen, die hier verboten sind, doch auf unseren Tellern landen, bei Mangos und Limetten ist das schon erwiesen.
  • Deutsche Industriekonzerne aber können Produkte, die in der EU wg. strengerer Umweltgesetze schon jetzt oder bald verboten sind, unbegrenzt weiter im Süden verkaufen: Verbrenner, Agrargifte, Einwegplastik, zudem künftig noch billiger, weil zollfrei.
  • Zu erwarten ist auch eine Versechsfachung des Imports von Bioethanol aus Zuckerrohr, was zu weiterer Naturzerstörung und Vertreibung indigener Völker führen wird.

Fazit: Der Vertrag verstößt vermutlich gegen das Pariser Klimaabkommen, weil es zu mehr CO 2 Emissionen kommt, und gegen das EU Klimagesetz, das Maßnahmen zur Erreichung der selbst gesetzten Emissionsziele vorschreibt. Außerdem ist schon jetzt der Handel der EU mit den Mercosur-Staaten so stark, dass es den Vertrag nicht braucht.

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